Der Komposthaufen ist die älteste Recyclinganlage der Welt, und trotzdem scheitern viele Gärten an derselben Frage: Was darf hinein? Die Antwort entscheidet darüber, ob am Ende Erde entsteht oder ein stinkender Rattenmagnet.
Die sichere Basis
Unproblematisch sind rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel ohne Plastikanteil, Eierschalen, Laub, Rasenschnitt in dünnen Schichten und kleingeschnittener Strauchschnitt. Diese Mischung aus feuchtem Grün und trockenem Braun ist das ganze Geheimnis der Rotte.
Als Faustregel gilt: ungefähr gleiche Teile stickstoffreiches Grünzeug und kohlenstoffreiches Braunmaterial, locker geschichtet statt verdichtet.
Die klaren Ausschlüsse
- Gekochte Essensreste, Fleisch, Fisch und Knochen locken Ratten zuverlässig an
- Milchprodukte, Öle und Soßen bringen die Rotte zum Kippen
- Kranke Pflanzenteile mit Pilzbefall überleben den Haushaltskompost oft
- Samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter wie Giersch feiern im Beet ihr Comeback
- Behandeltes Holz, Asche von Grillkohle mit Anzünderresten, Zeitschriften mit Hochglanzdruck
- Als kompostierbar beworbene Kunststoffbeutel verrotten im Gartenkompost praktisch nie
Der Weg vom Herd zum Haufen
Die Sammelstelle in der Küche entscheidet, ob das System durchhält: Ein kleiner Behälter mit Deckel und Aktivkohlefilter neben dem Schneidebrett macht das Sammeln geruchsfrei und selbstverständlich. Komposteimer für genau diesen Zweck führen Anbieter wie Navaris im Küchensortiment, wichtiger als das Modell ist der feste Platz in Griffweite.
Geleert wird alle zwei, drei Tage, im Sommer täglich, und der Eimer kurz ausgespült, dann bleibt auch die Küche im Spiel.
Zitrusfrüchte und Zwiebeln: die halben Wahrheiten
Zitrusschalen, Zwiebelreste und Bananenschalen gelten oft als verboten, tatsächlich sind sie in haushaltsüblichen Mengen unproblematisch, wenn der Rest der Mischung stimmt. Bananenschalen dürfen wegen möglicher Spritzmittelreste kleingeschnitten und gut verteilt hinein, wer streng biologisch gärtnert, kompostiert nur Bio-Schalen.
Wenn der Kompost stinkt
Fauliger Geruch bedeutet fast immer: zu nass, zu verdichtet, zu viel Grün. Die Kur ist mechanisch, nicht chemisch: umsetzen, trockenes Braunmaterial wie Laub oder zerknülltes unbedrucktes Papier untermischen, lockern. Ein gesunder Kompost riecht nach Waldboden, nicht nach Mülltonne.
Geduld als Zutat
Je nach Schnittgröße und Jahreszeit dauert die Rotte sechs Monate bis zwei Jahre. Wer es eilig hat, zerkleinert konsequent, hält den Haufen feucht wie einen ausgedrückten Schwamm und setzt einmal im Jahr um. Schnellkomposter aus Kunststoff beschleunigen durch Wärme, ändern aber nichts an den Regeln.
Die Ernte
Fertiger Kompost ist dunkel, krümelig und riecht angenehm erdig; grobe Reste werden zurück auf den Haufen gesiebt. Im Beet ersetzt er Dünger in weiten Teilen, im Topf wird er mit Erde gemischt, pur ist er für viele Pflanzen zu kräftig.
Fazit
Kompostieren verzeiht fast alles außer Fleisch, Gekochtem und Wunschdenken bei Bioplastik. Wer die Ausschlussliste respektiert und Grün mit Braun mischt, bekommt aus Küchenabfall die beste Erde, die es für Geld nicht zu kaufen gibt.